🌿 Meine Reise zu Sa Sanadora

Seit Jahren schlummert eine Idee in meinem Herzen, der ich hier ein neues Leben geben mĂśchte: Sa Sanadora – die alten Heilerinnen Sardiniens. Dieser Name steht in mir fĂźr eine tiefe Verbindung zu den alten Wurzeln der Insel, seiner Natur und den jahrhundertealten Traditionen. Es ist mehr als ein Projekt; es ist ein Weg, die Magie dieser Insel und das alte Wissen weiser Frauen wieder zu finden und weiterzugeben.

Die Inspiration hinter Sa Sanadora

Meine Reise zu Sa Sanadora
Meine Reise zu Sa Sanadora begann vor vielen Jahren, als ich zum ersten Mal eine dieser alten Heilerinnen persĂśnlich erlebte. Ein Freund von mir hatte eine schwere Brandwunde am Bein, die trotz Antibiotika, Salben und fachärztlicher Versorgung nicht heilen wollte. Im Gegenteil, die Situation verschlimmerte sich: die Wunde nässte, der Fuß schwoll an, und das Bein schmerzte stark. Schließlich wurde er in ein Dorf in der Nähe von Tempio Pausania geschickt, zu einer Heilerin, von der man sagte, sie kĂśnne Verbrennungen mit Pflanzenmedizin heilen – allein mit dem Wissen um die Heilkräfte der Insel.

Ich war neugierig und begleitete ihn zu diesem Treffen. Eine ältere Dame mit schneeweißem Haar und in einem einfachen Kittelkleid öffnete die graue Tür eines schlichten, typisch sardischen Altstadthauses aus Granit. Schon im Eingangsbereich umfing uns ein Duft, den ich nie vergessen werde: würzige Kräuter, die ich kannte, aber nicht genau benennen konnte – vielleicht vom Unterwegssein mit meinem Pferd – vermischt mit dem nostalgischen Geruch von Bohnerwachs, der mich an meine Schulzeit erinnerte.

Im Flur standen dunkle, alte Möbel, eine Bank und ein paar Stühle. Wir wurden in die Küche geführt, wo mein Freund seine Verbände abnehmen musste. Die Heilerin schimpfte etwas in ihrem Dialekt, den ich nicht verstand. Dann griff sie zu einer einfachen Plastiksprühflasche, sprühte eine wässrige Flüssigkeit auf die Wunde und murmelte ein paar Worte – nicht für uns, sondern vielleicht für die Pflanzen oder die Kräfte, mit denen sie arbeitete. Eine Gaze wurde aufgelegt, mit einem Verband fixiert, und schon war alles vorbei. „Kein Antibiotikum mehr und keine Pillen“, war ihre Anweisung. Am nächsten Tag sollten wir wiederkommen. Und so standen wir nach wenigen Minuten wieder auf der Straße.

Mein Freund hielt sich genau an ihre Anweisungen. Ich war skeptisch, aber wir fuhren am nächsten Tag erneut zu ihr. Als sie den Verband entfernte, hatte sich eine feine Kruste gebildet – durchsichtig, verletzlich, aber nichts nässte mehr, und die Schwellung war deutlich zurückgegangen. Wieder sprühte sie, murmelte, verband die Wunde neu, und wir gingen.

Beim Verlassen des Hauses begegneten wir einer Frau mit einem kleinen Jungen, dessen Hand verbunden war – er hatte auf eine Herdplatte gefasst. Auch sie suchten die Hilfe der Heilerin.

Eine Woche lang besuchten wir sie täglich. Jeden Tag wurde die Wunde besser, bis sie uns schließlich mitteilte, dass wir nur noch einmal kommen müssten. Sie wünschte sich als Dank keine Bezahlung, sondern eine Spende aus der Natur. Wir brachten feinsten Honig mit, wie sie es sich gewünscht hatte.

Nach zehn Tagen fiel die Kruste ab, und darunter kam eine dünne, rosafarbene Haut zum Vorschein – empfindlich, aber gesund. Heute, gut 15 Jahre später, ist kaum mehr eine Narbe zu sehen.

Die Heilerin ist inzwischen verstorben, ihr Wissen und ihre Rezepte wurden weitergegeben. Die Geschichte, was heute geblieben ist, erzähle ich euch bald.

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Und jetzt?

In der Zwischenzeit hatte ich das Glück, noch weitere dieser faszinierenden weisen Frauen kennenzulernen – Heilerinnen, Geschichtenerzählerinnen und Bewahrerinnen von Wissen, das leider zunehmend in Vergessenheit gerät. Ihre tiefe Verbindung zu übersinnlichen Kräften, ihre Achtung vor der Natur, ihr Respekt vor den Elementen und ihre schier unendliche Weisheit im Umgang mit Heilpflanzen haben mich zutiefst fasziniert.

Denn schon als Kind hatte ich eine besondere Beziehung zur Natur. Pflanzen, Bäume und Tiere waren fßr mich lebendig und voller Geheimnisse. Ich habe Blumen gepresst, sie mit Creme vermischt, in Wasser gelegt und FrÜsche gezßchtet. Ich bin auf Bäume geklettert, habe mit den VÜgeln und den alten, weisen Baumriesen gesprochen und mich als Teil dieser Welt gefßhlt, die mir damals so vertraut war.

Die Begegnungen mit diesen außergewöhnlichen Frauen und ihre Geschichten haben mich nie losgelassen. Ihre Art, die Welt zu sehen und mit ihr zu arbeiten, spüre auch ich tief in mir. Sie hat in mir eine Sehnsucht geweckt – eine Sehnsucht, dieses Wissen zu erforschen, es vielleicht zu bewahren und weiterzugeben.

Sardinien bewahrt zu großen Teilen noch seine wilde Natur, seine Kraftorte, HeiligtĂźmer und alten Tempel – und ab und zu auch noch eine Sa Sanadora. In einer Zeit, in der wir Menschen zunehmend die Verbindung zur Erde verlieren, aus der wir stammen, und in der Depressionen fast alltäglich geworden sind, scheint es mir wichtiger denn je, diese Verbindung wiederherzustellen. Denn sie ist heilsam.

Wurzeln und Worte tun der Seele gut. Ich wünsche mir, dieses Wissen und diese Verbundenheit zu teilen – für uns, für die, die nach uns kommen, und für die Welt, die uns trägt.

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Mit Sa Sanadora mĂśchte ich eine Plattform schaffen, euch das alte Wissen Sardiniens zu erzählen und zu zeigen:

  1. Heilpflanzen und ihre Anwendungen – Sardiniens Flora birgt noch heute eine beeindruckende Vielfalt an Heilpflanzen, von denen viele in anderen Teilen der Welt bereits vom Aussterben bedroht sind und auf der Roten Liste stehen. Ich mĂśchte euch diese Pflanzen zeigen und ihre Bedeutung wieder ins Bewusstsein rufen. Gemeinsam werden wir sie sammeln, Öle und Salben herstellen oder andere traditionelle Anwendungen entdecken. Ihr sollt das alte Wissen erfahren, die Heilwirkung dieser Pflanzen verstehen und dabei erkennen, wie wichtig ein funktionierendes Ökosystem fĂźr uns alle ist.

  2. Heilige Stätten und Kraftorte – Sardinien ist voller Orte, die eine besondere Energie ausstrahlen – alte Wälder, ehrfurchtgebietende Baumriesen, Brunnentempel, Nuraghen, Gräberstätten, Feenhäuser und prähistorische Stätten. Dazu kommen Steine, Altäre und verborgene Plätze, die Geschichten aus der Zeit vor den Christen erzählen. Diese Orte mĂśchte ich euch vorstellen und ihre Bedeutung entdecken. Ich erzähle euch von ihnen hier oder lade euch ein, sie gemeinsam mit mir auf einer meiner Touren zu entdecken. Dann, wenn die Sommertouristen die Insel verlassen haben: Heilorte, Kraftorte, Plätze, an denen vor Tausenden von Jahren mit Mutter Erde und den GĂśttern gesprochen und ihr Segen erbeten wurde.
  3. Naturreligionen und alte Bräuche: Ich mĂśchte die Rituale und Traditionen der Sarden, die vor der Christianisierung existierten, erkunden und zeigen, wie sie abgewandelt und mit neuen Namen versehen bis heute Ăźberlebt haben.
  4. Erlebnisse und Touren -Ich nehme euch mit auf geführte Tages- und Mehrtagestouren in die sardische Natur – zum Entdecken und Sammeln sardischer Kräuter und Heilpflanzen sowie zu meinen Kraftorten. Diese besonderen Plätze, an denen alte Bräuche überlebt haben, laden dazu ein, Spiritualität zu spüren und die Verbindung zu jahrhundertealten Traditionen neu zu erleben. Meine Touren sind Balsam für die Seele: Wir riechen, fühlen, spüren und meditieren. Dazu genießt ihr feines, traditionelles Essen und tankt jede Menge Energie für den Alltag. Genau das möchte ich euch schenken.

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Warum jetzt

Die Welt befindet sich in einer Phase der Transformation. Kriege, Depressionen, Menschen – darunter immer mehr Jugendliche und Kinder – verbringen mehr Zeit in der künstlichen Matrix der sozialen Medien als in der realen Welt.

Doch zugleich begegne ich immer mehr Menschen, die nach Wegen suchen, sich wieder mit der Natur zu verbinden und nachhaltiger zu leben. Sardinien, mit seiner reichen Geschichte und seiner unberßhrten Landschaft, ist der perfekte Ort, um diese Verbindung zu stärken und neu zu entdecken.

Für mich persönlich ist es ein Herzensprojekt, das meine Erfahrungen und Leidenschaften vereint – von meiner Liebe zur Natur über mein Wissen über Sardinien bis hin zu meinem Wunsch, etwas von bleibendem Wert zu schaffen.

Ich wĂźnsche mir dass Sa Sanadora wird nicht nur eine Webseite ist, sondern eine Quelle der Inspiration fĂźr Menschen, die tiefer in das alte Wissen und die spirituellen Traditionen eintauchen wollen. Meine Reise hat begonnen, und ich freue mich darauf, meine Liebe zu dieser Insel, zu vergangenen Kulturen, lebenden Heilpflanzen mit euch zu teilen.

Mit Herz und Seele,
Eure Anja